Katzen haben ja grundsätzlich recht. Zumindest, wenn man Katzen fragt. Sie sind elegant, klug, missverstanden und meistens nur deshalb auf dem Esstisch, weil dort ganz offensichtlich etwas sehr Wichtiges überprüft werden muss. Menschen verstehen das oft nicht. Traurig.
Knutbert versteht das Problem sehr genau.
In Cats Tagebuch – Lass die Ratte aus dem Sack! erzählt er seine Version der Dinge. Und die klingt ungefähr so, wie man sich das Tagebuch eines Katers vorstellt: ein bisschen beleidigt, sehr überzeugt von sich selbst und ziemlich sicher, dass alle anderen das eigentliche Problem sind.
Eigentlich führt Knutbert ein herrliches Katzenleben. Bis plötzlich von einem Biest die Rede ist, das die Nachbarschaft in Angst und Schrecken versetzt. Und wer wird verdächtigt? Natürlich Knutbert. Frechheit. Also muss er losziehen, die Sache aufklären, seinen Ruf retten und idealerweise als Held zurückkehren. Bescheiden wie Katzen eben sind.
Die Tagebuchform macht das Ganze schön leicht. Kurze Einträge, viele Bilder, viel Kommentar aus Katersicht. Franziska Höllbacher erzählt und illustriert das mit genau der richtigen Mischung aus Chaos und Selbstüberschätzung. Für Kinder, die Comicstil mögen oder bei langen Textblöcken eher innerlich aussteigen, ist das ein ziemlich dankbarer Einstieg.
Ich mag vor allem, dass Knutbert nicht niedlich sein muss. Er darf dramatisch sein. Eitel. Ungerecht. Komplett überzeugt davon, dass er im Recht ist. Also im Grunde: Katze.
Ein Buch für alle, die Tiere lieben, Tagebücher mögen und schon immer wissen wollten, was Katzen eigentlich den ganzen Tag denken.
Spoiler: Nichts Demütiges.



