Port Haven klingt nach so einem Ort, an dem man nur kurz bleiben will.
Ein paar Tage Meer. Ein bisschen Abstand. Vielleicht ein Cream Tea, weil man sich ja kulturell weiterbilden muss. Und plötzlich steht man mitten in einer Kleinstadt, in der alle alles wissen, die Küste dramatisch schön aussieht und Gefühle grundsätzlich sehr ungünstig auftauchen.
In A Taste of Cornwall: Ein Rezept für Herzklopfen trifft Food-Bloggerin Lucia Rossi auf Liam Tartt. Fußballprofi, Lokalheld, vermutlich zu charmant für den eigenen Seelenfrieden. Die beiden sollen gemeinsam bei einem Great Dinner Cook Off antreten. PR-Idee. Öffentlichkeitswirksam. Bestimmt ganz entspannt. Haha.
Natürlich läuft nicht alles glatt. Lucia hat ihre eigenen Pläne, Liam seine eigene Vergangenheit und zwischen Herd, Presse und kleinen Sticheleien wird schnell klar, dass hier nicht nur gekocht wird. Wäre ja auch zu einfach.
Katharina Herzog erzählt das als letzten Band ihrer Cornwall-Reihe mit viel Küstenstimmung, Küchenchaos und dieser angenehmen Mischung aus Reibung und Romantik. Man weiß ungefähr, worauf man sich einlässt. Und genau das ist hier nichts Schlechtes. Manche Bücher liest man ja nicht, weil man komplett überrascht werden will, sondern weil man sich für ein paar Stunden an einen Ort setzen möchte, an dem Tee, Meer und komplizierte Gefühle zuverlässig ihren Dienst tun.
Ich mochte vor allem, dass Essen hier nicht nur hübsche Kulisse ist. Kochen bedeutet Nähe. Stress. Timing. Manchmal auch Kontrollverlust. Also eigentlich der perfekte Ort, um Menschen zusammenzubringen, die sich sehr bemühen, nicht zu viel voneinander zu wollen.
Ein Buch für alle, die Cornwall mögen, Slow-Burn-Knistern nicht abgeneigt sind und bei „wir müssen leider zusammenarbeiten“ innerlich schon einmal die Decke holen.
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