Familienurlaub im Hotel Elisabeth in Tirol: Zwischen schönen Bildern und Realität

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Manchmal entdeckt man Hotels, die auf den ersten Blick genau das versprechen, was man für einen entspannten Familienurlaub sucht. Das Hotel Elisabeth in Tirol war für mich eines davon. Die Bilder auf der Website wirken hochwertig, die Positionierung als Familien- beziehungsweise Mehrgenerationenhotel klingt zeitgemäß und vielversprechend. Gemeinsam mit meinen beiden Kindern habe ich mir vor Ort selbst ein Bild gemacht.

Vorweg: Unser Aufenthalt war keineswegs schlecht. Das Abendessen war gut, die Nachmittagsjause eine nette Ergänzung und das Team stets freundlich. Dennoch hat sich bei mir während des Aufenthalts immer wieder die Frage gestellt, ob Anspruch und Realität hier tatsächlich zusammenpassen.

Gerade in den vergangenen Jahren beobachte ich häufiger, dass Hotels, die in die Jahre gekommen sind, ihre Konzepte neu ausrichten. Aus klassischen Wellness- oder Urlaubshotels werden Familien- oder Mehrgenerationenhotels. Grundsätzlich eine spannende Entwicklung. Allerdings reicht ein neues Konzept allein nicht aus. Wer Familien ansprechen möchte, muss auch die entsprechende Infrastruktur schaffen und laufend investieren.

Besonders deutlich wurde das für mich im Badebereich. Das Hallenbad wirkte leider stark in die Jahre gekommen. Teilweise waren Fliesen beschädigt, der Whirlpool hatte seine besten Zeiten ebenfalls bereits hinter sich und das Wasser empfand ich als unangenehm kalt. Das Becken wird als Sportbecken positioniert, tatsächlich ist es dafür aber schlicht zu klein. Für ein paar Züge reicht es, längeres Schwimmen ist kaum möglich. Für Familien mit kleinen Kindern fehlte mir zudem die wohlige Wärme, die man sich nach einem Tag draußen wünscht.

Auch bei den Familienzimmern zeigte sich für mich ein gewisser Widerspruch. Unser Zimmer lag am äußersten Ende des Gebäudes und war nur über mehrere Treppen und Stufen erreichbar. Meine Kinder sind zwei und vier Jahre alt und können bereits gut selbst gehen. Mit Gepäck, Kinderzeug und allem, was zu einem Familienurlaub dazugehört, war der Weg dennoch mühsam. Mit Kinderwagen oder einem noch kleineren Kind hätte ich die Situation deutlich schwieriger empfunden.

Generell erschien mir das Thema Sicherheit an einigen Stellen verbesserungswürdig. Gerade als Mutter fallen einem Details auf, die man ohne Kinder vermutlich übersieht. Die Geländer im Treppenhaus beispielsweise waren sehr großzügig gestaltet. Hier hatte ich mehrfach das Gefühl, dass ein Kleinkind relativ leicht hindurchrutschen könnte.

Enttäuscht war ich außerdem beim Thema Spielmöglichkeiten. Auf der Website wird ein Spielplatz beworben, den wir während unseres Aufenthalts im Frühjahr jedoch nicht vorgefunden haben. Der nächste Spielplatz war nur mit dem Auto erreichbar. Gerade bei einem Hotel, das Familien gezielt anspricht, hätte ich mir hier mehr Angebote direkt vor Ort gewünscht.

Über die Außenanlagen kann ich nur eingeschränkt urteilen, da wir diese wetterbedingt kaum genutzt haben. Auf den Fotos wirken sie jedenfalls sehr ansprechend. Überhaupt muss man sagen: Die Website ist hervorragend gemacht. Die Bildsprache, die Texte und die gesamte Präsentation erzeugen hohe Erwartungen. Umso größer ist natürlich die Enttäuschung, wenn die Realität an einigen Stellen nicht mithalten kann.

Mein Fazit fällt daher gemischt aus. Wer ein solides Hotel mit guter Verpflegung sucht und keine besonderen Ansprüche an Wellness- oder Familieninfrastruktur hat, kann hier durchaus schöne Tage verbringen. Als Familienhotel würde ich das Haus aktuell jedoch nur eingeschränkt empfehlen. Gerade Familien mit sehr kleinen Kindern, Kinderwagen oder besonderen Anforderungen an Barrierefreiheit sollten sich vor der Buchung genau informieren.

Ein Familienhotel ist heute weit mehr als ein Hotel mit größeren Zimmern und einem neuen Konzept auf der Website. Es braucht durchdachte Wege, sichere Bereiche für Kinder, attraktive Spielmöglichkeiten und eine Infrastruktur, die den Alltag von Familien tatsächlich erleichtert. Genau hier sehe ich im Hotel Elisabeth derzeit noch Luft nach oben.

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