Alma und Théo fahren nach Frankreich, weil sie nicht mehr wissen, ob ihre Liebe noch ein Zuhause hat.
Klingt nach Sommerhaus, langen Gesprächen und Licht auf warmer Haut. Ist es auch. Aber eben nicht nur. Denn zwischen den beiden liegt keine kleine Verstimmung, die man mit gutem Wein und ein paar Tagen Abstand wieder glattziehen kann. Da ist etwas kaputtgegangen.
In Weißer Sommer verbringen Alma und Théo einen letzten gemeinsamen Sommer im Haus von Almas Eltern. Die Abmachung ist klar: Sie bleiben so lange, bis sie wissen, ob sie bleiben wollen. Oder ob Gehen am Ende ehrlicher wäre.
Eva Pramschüfer erzählt sehr ruhig. Ohne großes Drama, ohne ständiges Türenknallen. Viel passiert in den Pausen. In Blicken, Erinnerungen, Gesprächen, die eigentlich harmlos anfangen und dann doch irgendwo wehtun. Nähe ist hier nicht automatisch schön. Und Distanz nicht automatisch das Ende.
Es geht um erste große Liebe, Kunst, Herkunft und diese ziemlich unangenehme Frage, ob Liebe allein reicht. Spoiler: meistens ist es komplizierter. Natürlich.
Was bleibt, ist ein Roman, der nicht laut sein muss, um zu treffen. Eher ein langsames Verschieben. Man liest weiter, obwohl man ahnt, dass es nicht unbedingt gemütlicher wird. Vielleicht gerade deshalb.
Ein Buch über Festhalten, Loslassen und den Moment dazwischen, in dem beides falsch wirken kann.
Weißer Sommer. Roman von Eva Pramschüfer. 272 Seiten. Erschienen bei Rowohlt.
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