Ich bin nicht sicher, ob ich jemals ein Buch über Saunen gebraucht hätte.
Bis ich dieses hier aufgeschlagen habe.
Ridiculously Good-Looking Saunas ist nämlich kein Wellness-Bildband mit flauschigen Handtüchern, Gurkenwasser und Menschen, die sehr entspannt in die Ferne schauen. Stattdessen geht es um kleine heiße Räume, Holz, Dampf, Wasser, Landschaft – und darum, was entstehen kann, wenn architektonisch eigentlich eher wenig passiert.
Gezeigt werden 36 Saunen aus unterschiedlichen Ländern und Kontexten. Manche stehen am Wasser, andere im Wald, manche wirken fast wie kleine Hütten, andere wie sehr präzise gesetzte Objekte in der Landschaft. Gemeinsam haben sie, dass sie nichts Überflüssiges brauchen. Kein Drama. Keine Deko-Offensive. Nur Hitze, Material, Licht und ein ziemlich klares Gefühl dafür, wann genug wirklich genug ist.
Christopher Selman schaut dabei nicht einfach von außen drauf. Als Sauna-Designer und Mitgründer von Out of the Valley kennt er diese Welt nicht nur aus schönen Fotos. Das merkt man dem Buch an. Die Auswahl wirkt nicht beliebig, sondern gesammelt von jemandem, der versteht, dass eine Sauna nicht nur gut aussehen muss. Sie muss sich auch richtig anfühlen.
Und vielleicht ist genau das der Punkt. Saunen sind hier keine Luxus-Orte im klassischen Sinn. Eher kleine Gegenräume. Orte, an denen der Körper schneller versteht als der Kopf. Warm. Still. Reduziert. Und plötzlich ist die Welt draußen kurz nicht ganz so laut.
Für mich ist Ridiculously Good-Looking Saunas deshalb weniger ein klassischer Architekturband. Eher eine Sammlung von Zuständen. Rückzug, Hitze, Ruhe, Klarheit. Alles ziemlich einfach. Alles ziemlich gut.
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