Veränderungen sind oft eine super Idee. Für die anderen.
Stella ist mit ihrem Leben eigentlich ziemlich zufrieden. Sie und ihre Mama, das passt. Eingespielt, gemütlich, alles gut. Dann ziehen plötzlich Tor und sein Sohn Bo ein – und Stella soll das jetzt bitte schön finden.
Überraschung: Findet sie nicht.
Stella – Superpower: Brüder verjagen! erzählt genau von diesem Moment, in dem Familie nicht mehr so aussieht wie vorher. Und zwar ohne so zu tun, als wäre das für Kinder automatisch ein Geschenk mit Schleife drumherum. Stella ist eifersüchtig, genervt und ziemlich entschlossen, Bo wieder loszuwerden.
Ihre Pläne sind entsprechend fragwürdig. Blaue Haare. Spinnen. Chaos. Alles, was man eben versucht, wenn man neun ist und findet, dass ein neuer Bruder nicht unbedingt auf der persönlichen Wunschliste stand. Funktioniert natürlich nicht so richtig. Zum Glück, sonst wäre das Buch auch schnell vorbei.
Der Comic-Stil macht die Geschichte leicht, ohne die Gefühle kleinzureden. Man sieht Stella beim Schmollen, Planen, Wütendsein – und langsam auch beim Umdenken. Nicht plötzlich. Nicht kitschig. Eher so, wie es bei Kindern eben oft passiert: nebenbei, widerwillig und erst einmal heimlich.
Ein Buch über Eifersucht, neue Familienkonstellationen und die ziemlich unbequeme Erkenntnis, dass Menschen, die man zuerst gar nicht haben wollte, vielleicht doch bleiben dürfen.



