Kraftklub – „Sterben in Karl-Marx-Stadt“-Tour 2026

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Man merkt ziemlich schnell: Kraftklub haben immer noch richtig Lust auf das, was sie da tun. Keine Spur von Routine, obwohl die Band aus Chemnitz mittlerweile Hallen füllt, die locker Arena-Größe haben. Wer bei einem der ersten Termine der „Sterben in Karl-Marx-Stadt“-Tour dabei ist, bekommt genau das, was man von Kraftklub erwartet – und ein bisschen mehr.

Der Abend startet direkt mit ordentlich Druck nach vorne. „Marlboro Mann“ eröffnet die Show und setzt ziemlich schnell den Ton für die nächsten zwei Stunden: viel Energie, viel Bewegung und ein Publikum, das von der ersten Minute an lautstark mitmacht. Spätestens bei „So rechts“ springt die ganze Halle synchron von links nach rechts. Ob Parkett oder Tribüne – stillstehen ist hier keine Option.

Kraftklub spielen sich quer durch ihr neues Album, streuen aber immer wieder ältere Hymnen ein. „Schüsse in die Luft“ oder „Ich will nicht nach Berlin“ funktionieren immer noch genauso gut wie vor ein paar Jahren. Man merkt, wie textsicher das Publikum inzwischen ist: Die Lyrics sitzen, egal welcher Song angestimmt wird.

Auch visuell hat die Band noch einmal draufgelegt. Das Bühnenbild verändert sich ständig, große Projektionen zeigen Livebilder aus der Halle und sorgen dafür, dass auch die hinteren Reihen mitten im Geschehen sind. Frontmann Felix Kummer nutzt das natürlich aus, verschwindet zwischendurch von der Bühne und taucht plötzlich irgendwo im Publikum wieder auf.

Zwischen all dem Abriss gibt es auch kurze Momente zum Durchatmen. Die Band zieht sich für ein paar Songs auf eine kleinere Bühne mitten im Publikum zurück – ein bisschen näher dran, ein bisschen intimer. Danach drehen Kraftklub die Regler wieder auf Anschlag.

Und natürlich bleibt es nicht nur bei Musik. Wie man es von der Band kennt, gibt es auch klare Ansagen: Kraftklub positionieren sich weiterhin deutlich gegen rechte Ideologien und für ein Publikum, in dem alle willkommen sind. Die Message kommt an – und wird lautstark gefeiert.

Nach gut zwei Stunden endet der Abend mit Konfetti, verschwitzten Shirts und einer Menge glücklicher Gesichter. Kraftklub liefern genau das Konzert, das man sich von ihnen erhofft: laut, politisch, energiegeladen. 

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