Pokémon Legenden: Z-A will vieles zugleich sein: mutig, neu, vertraut, nostalgisch. Und manchmal gelingt das auch. Manchmal aber stolpert das Spiel über die eigenen Ambitionen und hinterlässt das Gefühl, dass da viel möglich gewesen wäre – und wenig wirklich zu Ende gedacht wurde.
Lumiose City ist dafür ein schönes Beispiel. Auf den ersten Blick wirkt die Stadt wie ein lebendiger Organismus: Pokémon in Seitengassen, versteckte Wege, Dächer, die zum Entdecken einladen. Das Erkunden macht tatsächlich Spaß, und man ertappt sich dabei, wie man ohne echtes Ziel über Brücken und Hinterhöfe fährt, einfach weil sich das Stadtbild gut anfühlt. Gleichzeitig bleibt vieles skizzenhaft. Hinter vielen Fassaden steckt wenig, die Räume wirken leer, und die Welt verliert an Tiefe, je länger man sich in ihr bewegt. Man merkt, dass Game Freak eine große Idee hatte – aber keine Zeit, sie wirklich auszuerzählen.
Im Kern funktioniert das neue Kampfsystem erstaunlich gut. Es ist dynamischer, unmittelbarer, manchmal fast cineastisch. Man bewegt sich mehr, man denkt anders, man hat diese kurzen, intensiven Momente, in denen alles richtig klickt. Und trotzdem wirkt die KI oft so passiv, dass der Schwung schnell verpufft. Die Gegner reagieren kaum, Kämpfe laufen ab wie Proben ohne Publikum. Das nimmt dem System den Nerv, den es eigentlich haben könnte.
Die Geschichte selbst ist solide, manchmal charmant, oft vorhersehbar. Sie trägt, aber sie zieht nicht. Viele Quests fühlen sich an wie Füllmaterial, einige Charaktere bleiben blass. Es ist besser als vieles, was die Reihe früher versucht hat, aber es bleibt im Rahmen. Auch das Comeback der Mega-Entwicklungen steckt irgendwo zwischen Fanservice und Pflichtprogramm: schön, dass sie da sind, aber selten überraschend.
Was am deutlichsten bleibt, ist das technische Niveau – und der Preis. Für eine neue Konsole und ein Spiel, das klar als Premiumtitel positioniert ist, wirkt die Welt grafisch erstaunlich altmodisch. Texturen sind flach, Beleuchtung reduziert, manche Modelle wirken wie aus einer Generation davor. Es läuft stabil, ja – aber es sieht nicht nach einem Spiel aus, für das man 70 oder 80 Euro zahlt.
Am Ende ist Pokémon Legenden: Z-A ein Spiel voller guter Ideen, die oft nur zur Hälfte getragen werden. Es gibt Momente, in denen Lumiose City leuchtet, in denen die Kämpfe wirklich mitreißen, in denen das Sammeln so viel Freude macht wie früher. Und dann gibt es Strecken, die zäh sind, Räume, die leer bleiben, und Entscheidungen, die man nicht ganz versteht.
Es ist ein Spiel, das Fans viel geben kann – aber nicht das Spiel, das es sein könnte. Eher ein vorsichtiger Schritt nach vorne als ein großer Sprung. Und eines, das man gerne mögen möchte, obwohl es einem das nicht immer leicht macht.
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